Bogotá, Kolumbien
September 2008
Projekte
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„Wenn Sie wirklich wollen, dass ich Ihnen über mein Leben erzähle, Señor, werde ich es tun. Ich weiß zwar nicht, wozu es gut sein soll. Wenn Sie aber von so weit hergekommen sind und Sie meine Lebensgeschichte erfahren möchten, werden Sie wohl Ihre Gründe haben. Am liebsten würde ich damit anfangen, wann und wo ich geboren wurde. Leider weiß ich aber weder das eine noch das andere. Falls meine Geburt irgendwo registriert wäre, was ich nicht glaube, hätte es meine Mutter wissen müssen. Meine Mutter muss alles vergessen haben. Meine Mutter war nämlich eine Hure“.

Jesús Chico Grande ist einer von unzähligen Jungen, irgendwo in Kolumbien geboren. Ein namenloses Kind, das von klein auf ums Überleben kämpfen musste. Ein Kind unter vielen, das in den Strassen von Bogotá als Bettler und Taschendieb, als Drogenhändler und Hehler sein Unwesen treibt und sich von Abfällen ernährt. Ein Kind, das den Grossstadtdschungel Lateinamerikas von seiner unerbittlichsten Seite kennengelernt hat. Bogotá, die Stadt, welche seit einigen Monaten so etwas wie meine Heimat geworden ist, gehört zu den zu grössten Städten Südamerikas. Durch die Grösse der Stadt ist auch die Anzahl der Strassenkinder erschreckend hoch. Daher habe ich mich entschlossen, hier ein neues Projekt zu realisieren. Zusammen mit meinem kolumbianischen Amigo Jaime alias “Mago Jimi“ kam ich auf die Idee, eine Zaubershow-Tour zu starten. Wir deckten uns mit zahlreichen neuen Tricks ein und machten uns auf den Weg, um Kinder damit zum Lachen zu bringen.

 

Zauberei und Magie haben die Menschen schon immer fasziniert. Besonders Kinder sind der Welt der Wunder durch ihre Unbefangenheit sehr nahe. Zauberei entfaltet seine Wirkung erst vor Zuschauern. Von daher also ein hervorragendes Mittel, um eine positive Beziehung herzustellen und besonders den Kontakt zu den „Niños“ lebendig und spassbringend zu gestalten.

 

In einer Welt der vorgefertigten Wünsche und Träume und in der brutalen Wirklichkeit, in welcher sich die Kinder befinden, hatte ihnen das Eintauchen in eine magisch geheimnisvolle Atmosphäre, in der sie ihre eigene Zauberreise erleben konnten, gut getan. Mit zehn Veranstaltungen in sechs verschiedenen Heimen erreichten wir über 400 Kinder im Alter zwischen null und achtzehn Jahren.

 

Das Staunen, Lachen und die glücklichen Gesichter der Kinder waren einfach überwältigend. Nie hätten wir gedacht, dass mit unseren beschei- denen Mitteln so viel Freude geschenkt werden kann. Einer der Höhepunkte waren die Auftritte in zwei Heimen für geistig und körperlich benachteiligte Kinder. Den Tränen nahe schaute ich in das verzauberte Publikum, welches ich wohl nicht so schnell vergessen werde. Für dieses Projekt möchte ich ganz herzlich Zauberer Jimi (Jaime) und seiner Assistentin Elizabeth danken. Es war super toll, welchen Einsatz sie für die Kinder geleistet haben. Ein Dankeschön gehört auch Liliana, welche mir bei der Übersetzung des Textes geholfen hat.

GRACIAS!

 

Sandro

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